Besatzung und Personal

Einleitung

Die Zentralkommission hat Sicherheitsvorschriften für das Personal entwickelt, das sich an Bord der auf dem Rhein fahrenden Schiffe zu befinden hat. Diese Vorschriften betreffen die Befähigungen des Personals und insbesondere die erforderlichen Kompetenzen der Schiffsführer. Ferner haben sie die Zusammensetzung der Besatzungen zum Gegenstand. Zudem hat die Zentralkommission Vorschriften über das Sicherheitspersonal an Bord von Fahrgastschiffen und Ergänzende Bestimmungen über die Sachkunde der Besatzungsmitglieder von Fahrzeugen, die Flüssigerdgas (LNG) als Brennstoff nutzen erlassen .

Mit der Verordnung über das Schiffspersonal auf dem Rhein ist 2011 eine neue Verordnung in Kraft getreten, in der diese Vorschriften zusammengefasst sind. Der Inhalt der Vorschriften bleibt jedoch unverändert, da die neue Verordnung lediglich eine formale Neuordnung darstellt, die der Vereinfachung und Präzisierung dient.

Verordnungen werden durch >Dienstanweisungen für die zuständigen Behörden der Mitgliedstaaten ergänzt.

Um den Zugang zum Rhein zu erleichtern, hat die ZKR eine Politik der Anerkennung nichtrheinischer Schiffsführerzeugnisse, die auf gleichwertigen Befähigungen beruhen, initiiert (siehe Anerkennung der Gleichwertigkeit nichtrheinischer Schiffsführerzeugnisse).

Aus dem gleichen Grund hat die ZKR zudem ein Verfahren zur Anerkennung nichtrheinischer Schifferdienstbücher entwickelt.

Sämtliche Angelegenheiten, die das Personal betreffen, werden im Ausschuss für Sozial-, Arbeits- und Berufsausbildungsfragen behandelt (siehe Organe).

Die für das Schiffspersonal geltenden arbeits- und sozialrechtlichen Bestimmungen fallen nicht unter die Vorschriften der oben genannten Verordnungen (zu diesen Bestimmungen siehe rechtliche und soziale Fragen).

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Verordnung über das Schiffspersonal auf dem Rhein

Mit Beschluss 2010-I-8-Anlage 1 hat die Zentralkommission die Verordnung über das Schiffspersonal auf dem Rhein (Rheinschiffspersonalverordnung, RheinSchPersV) verabschiedet, die am 1. Juli 2011 in Kraft getreten ist.

Diese Verordnung fasst sämtliche bestehenden Rheinschifffahrtsvorschriften zum Schiffspersonal zusammen, die bisher auf drei Verordnungen verteilt waren, nämlich

  • die Patentverordnung Rhein, verabschiedet im Juni 2007,
  • das Kapitel 23 der Rheinschiffsuntersuchungsordnung und
  • die Verordnung über Sicherheitspersonal in der Fahrgastschifffahrt, verabschiedet im Dezember 2004.

Die vorgenannte Regelung wird somit durch die RheinSchPersV ersetzt. Im Wesentlichen bleiben die Vorschriften jedoch unverändert, da die neue Verordnung lediglich das Ergebnis einer Neuordnung der Regelwerke zur Vereinfachung der Rheinschifffahrtsregelung ist.

Die Verordnung ist wie folgt aufgebaut:

Teil I: Allgemeine Bestimmungen für die gesamte Verordnung
Dieser Teil enthält Begriffsbestimmungen und allgemeine Bestimmungen zur Verabschiedung vorübergehender Anordnungen bzw. Dienstanweisungen.

Teil II: Besatzungsvorschriften
Dieser Teil enthält Besatzungsvorschriften (Befähigungen, Ruhezeiten und Mindestbesatzung). Des Weiteren beinhaltet er ergänzende Bestimmungen für das Sicherheitspersonal auf Fahrgastschiffen und Ergänzende Bestimmungen über die Sachkunde der Besatzungsmitglieder von Fahrzeugen, die Flüssigerdgas (LNG) als Brennstoff nutzen.

Teil III: Patentvorschriften
Dieser Teil wurde aus der im Juni 2007 verabschiedeten Patentverordnung Rhein unverändert übernommen.

Danach folgt eine Reihe von Anlagen, die unter anderem Bescheinigungsmuster und eine Liste der von der ZKR auf dem Rhein anerkannten Dokumente von Nichtmitgliedstaaten enthalten. Die Anlagen sind in vier Abschnitte unterteilt:

A: Besatzung
Dieser Abschnitt enthält insbesondere das Muster des Bordbuchs und das Muster des Schifferdienstbuchs. Beide Muster wurden geringfügig geändert. Anlage A5 beinhaltet eine Liste der von der ZKR auf dem Rhein anerkannten Schifferdienstbücher von Nichtmitgliedstaaten

B: Tauglichkeit
Dieser Abschnitt enthält unter anderem das Muster des ärztlichen Zeugnisses (ehemals Anlage B2 der Patentverordnung Rhein).

C: Sicherheitspersonal auf Fahrgastschiffen
Dieser Abschnitt beinhaltet die Muster der Bescheinigungen für das auf Fahrgastschiffen vorgeschriebene Sicherheitspersonal, die bisher im Anhang der Verordnung über Sicherheitspersonal in der Fahrgastschifffahrt enthalten waren. Diese Muster wurden nicht geändert.

D: Patente
Dieser Abschnitt enthält insbesondere die Muster der Rheinpatente (Großes Patent und Radarpatent), das Muster des Streckenzeugnisses und eine Liste der den Rheinpatenten gleichgestellten ausländischen Zeugnisse.

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Organe

Angelegenheiten betreffend die Besatzungen und die Berufsausbildung werden im Ausschuss STF behandelt. Die Aufgaben dieser Organe können in drei Hauptbereiche unterteilt werden:

  1. Aktualisierung der Regelwerke: Traditionelle Aufgaben im Zusammenhang mit der Anpassung der Vorschriften, die sich ausschließlich auf den Rhein beziehen.
  2. Anerkennung von Schifffahrtstiteln: Aufgaben im Zusammenhang mit der Öffnung des Rheins für das übrige Europa durch die Anerkennung der von den Nichtmitgliedstaaten der ZKR erteilten Schiffsführerzeugnisse und Schifferdienstbücher. Die ZKR arbeitet in diesem Zusammenhang eng mit den Beobachterstaaten und den anderen Flusskommissionen zusammen. Insbesondere hat sie mit den Verkehrsministerien der Staaten, deren Schiffsführerzeugnisse anerkannt worden sind, Verwaltungsvereinbarungen abgeschlossen und so die Modalitäten der künftigen Zusammenarbeit zwischen den zuständigen Behörden dieser Staaten und der ZKR festgelegt.
  3. Weiterentwicklung der Vorschriften im Bereich der Ausbildung und der Befähigungen: Aufgaben im Zusammenhang mit der Notwendigkeit der Erhöhung der Attraktivität der Binnenschifffahrtsberufe und der Bekämpfung des Arbeitskräftemangels. Diesbezüglich arbeitet die ZKR nicht nur mit den Beobachterstaaten und den anderen Flusskommissionen, sondern auch mit anderen internationalen Institutionen und Organisationen wie z. B. Edinna zusammen. Die wichtigsten Fragen, die im Ausschuss derzeit in diesem Zusammenhang behandelt werden, betreffen die Einführung des digitalen Fahrtenschreibers, die Rationalisierung der Verfahren zum Erwerb von Streckenkenntnissen und den verstärkten Einsatz des Fahrsimulators in der Ausbildung von Schiffern.

Vorsitz des Ausschusses : Frau PEIGNEY-COUDERC, Kommissarin Frankreichs
Sekretariat : Frau MOOSBRUGGER

Sitzungskalender

Arbeitsprogramm 28 KB 26 KB 26 KB

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Anerkennung der Gleichwertigkeit nichtrheinischer Schiffsführerzeugnisse

Mit Verabschiedung des Zusatzprotokolls Nr. 7 am 27. November 2002 wurde die Mannheimer Akte geändert, um die Anerkennung nichtrheinischer Nachweise auf dem Rhein zu ermöglichen. Durch diese Anerkennung werden die Inhaber von Schiffsführerzeugnissen oder Befähigungszeugnissen für die Radarfahrt zur Fahrt auf dem Rhein ermächtigt. Dies dürfte die Verpflichtungen der Gewerbetreibenden vereinfachen und so zur Schaffung eines großen europäischen Binnenschifffahrtsmarktes beitragen.

Die ersten Anerkennungsentscheidungen für nichtrheinische Schiffsführerzeugnisse verabschiedete die ZKR auf ihrer Frühjahrstagung 2008. Seither hat sie die nationalen Zeugnisse von sieben europäischen Nichtmitgliedstaaten der ZKR sowie die nationalen Zeugnisse von vier Mitgliedstaaten der ZKR anerkannt. Die anerkannten Schiffsführerzeugnisse und Radarzeugnisse sind in den untenstehenden Tabellen aufgeführt, die regelmäßig aktualisiert werden.

Zwischen der ZKR und den betreffenden Nichtmitgliedstaaten der ZKR wurden zudem Verwaltungsvereinbarungen geschlossen, um den Grundsatz und die Modalitäten der Zusammenarbeit zwischen der ZKR und den nationalen Verwaltungen dieser Staaten festzulegen. Die gegenseitige Anerkennung ist nämlich an Mechanismen der Zusammenarbeit zwischen den zuständigen Behörden zu koppeln, insbesondere um die Gleichwertigkeit der betreffenden Zeugnisse auf Dauer zu gewährleisten, gemeinsame Praktiken zu entwickeln und zuverlässige Systeme für den Informationsaustausch einzurichten. Die Vereinbarung sieht dazu die Abhaltung gemeinsamer Sitzungen und die Einführung von Verfahren zur Übermittlung von Informationen zwischen den zuständigen Behörden vor.

Auf dem Rhein ggf. unter zusätzlichen Bedingungen als gleichwertig anerkannte nationale Schiffsführerzeugnisse

Die ZKR hat eine Reihe nationaler Schiffsführerzeugnisse als mit dem Großen Rheinpatent gleichwertig anerkannt. Um die Gültigkeit dieser Dokumente auf dem Rhein zu gewährleisten, werden manchmal zusätzliche Bedingungen gestellt. Diese Bedingungen betreffen hauptsächlich die für den jeweiligen Rheinabschnitt vorgeschriebenen Streckenkenntnisse und die Erneuerung der Tauglichkeit, die durch zusätzliche, mit dem nationalen Zeugnis vorzulegende Unterlagen nachgewiesen werden.

Staat Name des als gleichwertig anerkannten Zeugnisses Muster Zusätzliche Bedingungen
D Schifferpatent A

Vorderseite

Rückseite

  • nur in Verbindung mit einem Streckenzeugnis nach dem Muster der Anlage D3 der Verordnung über das Schiffspersonal auf dem Rhein für die Fahrt auf der Strecke zwischen den Schleusen Iffezheim (km 335,92) und der Spyck’schen Fähre (km. 857,40) gültig.
Schifferpatent B
NL Groot vaarbewijs A
voor de binnenvaart

seit dem 12.10.2016

Vorderseite

Rückseite

  • nur in Verbindung mit einem Streckenzeugnis nach dem Muster der Anlage D3 der Verordnung über das Schiffspersonal auf dem Rhein für die Fahrt auf der Strecke zwischen den Schleusen Iffezheim (km 335,92) und der Spyck’schen Fähre (km. 857,40) gültig,
  • der Inhaber muss mindestens 21 Jahre alt sein.
Groot vaarbewijs B
voor de binnenvaart
Groot vaarbewijs A
voor de binnenvaart

bis zum 11.10.2016

Vorderseite

Rückseite

  • nur in Verbindung mit einem Streckenzeugnis nach dem Muster der Anlage D3 der Verordnung über das Schiffspersonal auf dem Rhein für die Fahrt auf der Strecke zwischen den Schleusen Iffezheim (km 335,92) und der Spyck’schen Fähre (km. 857,40) gültig,
  • der Inhaber muss mindestens 21 Jahre alt sein.
Groot vaarbewijs B
voor de binnenvaart
Groot vaarbewijs I

Vorderseite

Rückseite I

Rückseite II

  • nur in Verbindung mit einem Streckenzeugnis nach dem Muster der Anlage D3 der Verordnung über das Schiffspersonal auf dem Rhein für die Fahrt auf der Strecke zwischen den Schleusen Iffezheim (km 335,92) und der Spyck’schen Fähre (km. 857,40) gültig,
  • der Inhaber muss mindestens 21 Jahre alt sein,
  • der Inhaber ist nur bis zum 50. Lebensjahr zur Fahrt auf dem Rhein berechtigt.
Groot vaarbewijs II
B Schiffsführerzeugnis/Vaarbewijs A

Vorderseite nl

Rückseite nl

Vorderseite fr

Rückseite fr

  • nur in Verbindung mit einem Streckenzeugnis nach dem Muster der Anlage D3 der Verordnung über das Schiffspersonal auf dem Rhein für die Fahrt auf der Strecke zwischen den Schleusen Iffezheim (km 335,92) und der Spyck’schen Fähre (km. 857,40) gültig,
  • der Inhaber muss mindestens 21 Jahre alt sein,
  • der Inhaber muss bei Erreichen des 50. Lebensjahres einen Bescheid zur Tauglichkeit nach dem Muster der Anlage B3 der Verordnung über das Schiffspersonal auf dem Rhein vorlegen, der nach Maßgabe der genannten Regelung zu erneuern ist.
Schiffsführerzeugnis/Vaarbewijs B
CH Hochrheinpatent

Vorderseite

Rückseite

  • nur in Verbindung mit einem Streckenzeugnis nach dem Muster der Anlage D3 der Verordnung über das Schiffspersonal auf dem Rhein auf der Strecke zwischen den Schleusen Iffezheim (Rhein km 335,92) und der Spyck’schen Fähre (Rhein km 857,40) gültig,
RO Schiffsführerzeugnis A

Vorderseite

Rückseite

  • nur in Verbindung mit einem Streckenzeugnis nach dem Muster der Anlage D3 der Verordnung über das Schiffspersonal auf dem Rhein für die Fahrt auf der Strecke zwischen den Schleusen Iffezheim (km 335,92) und der Spyck’schen Fähre (km. 857,40) gültig,
  • der Inhaber muss mindestens 21 Jahre alt sein
  • der Inhaber muss bei Vollendung des 50. Lebensjahres einen Bescheid zur Tauglichkeit nach dem Muster der Anlage B3 der Verordnung über das Schiffspersonal auf dem Rhein vorlegen, der nach Maßgabe der genannten Regelung zu erneuern ist.
Schiffsführerzeugnis B

Vorderseite

Rückseite

CZ Kapitänszeugnis der Klasse I (B)
(gültig bis 31.12.2017)

Vorderseite

Rückseite

  • das Zeugnis ist auf der Strecke zwischen den Schleusen Iffezheim (Rhein km 335,92) und der Spyck’schen Fähre (Rhein km 857,40) nur in Verbindung mit einem Streckenzeugnis nach dem Muster der Anlage D3 der Verordnung über das Schiffspersonal auf dem Rhein gültig,
  • der Inhaber muss bei Vollendung des 50. Lebensjahres einen Bescheid zur Tauglichkeit nach dem Muster der Anlage B3 der Verordnung über das Schiffspersonal auf dem Rhein vorlegen, der nach Maßgabe der genannten Regelung zu erneuern ist.
Schiffsführerzeugnis der Kategorie B
(gültig ab 15.03.2015)

Vorderseite

Rückseite

HU Schiffsführerzeugnis der Klasse A

Vorderseite

Rückseite

  • nur in Verbindung mit einem Streckenzeugnis nach dem Muster der Anlage D3 der Verordnung über das Schiffspersonal auf dem Rhein für die Fahrt auf der Strecke zwischen den Schleusen Iffezheim (km 335,92) und der Spyck’schen Fähre (km. 857,40) gültig,
  • der Inhaber muss bei Vollendung des 50. Lebensjahres einen Bescheid zur Tauglichkeit nach dem Muster der Anlage B3 der Verordnung über das Schiffspersonal auf dem Rhein vorlegen, der nach Maßgabe der genannten Regelung zu erneuern ist.
Schiffsführerzeugnis der Klasse B

Vorderseite

Rückseite

PL Schiffsführerzeugnis der Kategorie A

Vorderseite

Rückseite

  • nur in Verbindung mit einem Streckenzeugnis nach dem Muster der Anlage D3 der Verordnung über das Schiffspersonal auf dem Rhein für die Fahrt auf der Strecke zwischen den Schleusen Iffezheim (km 335,92) und der Spyck’schen Fähre (km. 857,40) gültig,
  • der Inhaber muss bei Vollendung des 50. Lebensjahres einen Bescheid zur Tauglichkeit nach dem Muster der Anlage B3 der Verordnung über das Schiffspersonal auf dem Rhein vorlegen, der nach Maßgabe der genannten Regelung zu erneuern ist.
Schiffsführerzeugnis der Kategorie B

Vorderseite

Rückseite

SK Schiffsführerzeugnis für Kapitäne der Klasse A
(Anordnung vorübergehender Art vom 1.08.2015 bis 31.07.2018)

Vorderseite

Rückseite

  • nur in Verbindung mit einem Streckenzeugnis nach dem Muster der Anlage D3 der Verordnung über das Schiffspersonal auf dem Rhein auf der Strecke zwischen den Schleusen Iffezheim (Rhein km 335,92) und der Spyck’schen Fähre (Rhein km 857,40) gültig,
  • der Inhaber muss bei Vollendung des 50. Lebensjahres einen Bescheid zur Tauglichkeit nach dem Muster der Anlage B3 der Verordnung über das Schiffspersonal auf dem Rhein vorlegen, der nach Maßgabe der genannten Regelung zu erneuern ist.
Schiffsführerzeugnis für Kapitäne der Klasse I (B)

Vorderseite

Rückseite

AT Kapitänspatent A

Vorderseite

Rückseite

  • nur in Verbindung mit einem Streckenzeugnis nach dem Muster der Anlage D3 der Verordnung über das Schiffspersonal auf dem Rhein auf der Strecke zwischen den Schleusen Iffezheim (Rhein km 335,92) und der Spyck’schen Fähre (Rhein km 857,40) gültig,
  • der Inhaber muss bei Vollendung des 50. Lebensjahres einen Bescheid zu seiner Tauglichkeit gemäß dem Muster B3 der Verordnung über das Schiffspersonal auf dem Rhein vorlegen, der nach Maßgabe der genannten Verordnung zu erneuern ist.
Kapitänspatent B

Vorderseite

Rückseite

BG Schifferpatent für die Binnenschifffahrt

Vorderseite

Rückseite

  • nur in Verbindung mit einem Streckenzeugnis nach dem Muster der Anlage D3 der Verordnung über das Schiffspersonal auf dem Rhein auf der Strecke zwischen den Schleusen Iffezheim (Rhein km 335,92) und der Spyck’schen Fähre (Rhein km 857,40) gültig,
  • der Inhaber muss bei Vollendung des 50. Lebensjahres einen Bescheid zu seiner Tauglichkeit gemäß dem Muster B3 der Verordnung über das Schiffspersonal auf dem Rhein vorlegen, der nach Maßgabe der genannten Verordnung zu erneuern ist.

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Auf dem Rhein ggf. unter zusätzlichen Bedingungen als gleichwertig anerkannte nationale Radarzeugnisse

Die ZKR hat eine Reihe nationaler Radarzeugnisse als mit dem Rhein Radarpatent gleichwertig anerkannt.

Staat Name des als gleichwertig anerkannten Zeugnisses Muster Zusätzliche Bedingungen
RO Befähigungszeugnis für die Radarfahrt auf Binnenwasserstraßen

Vorderseite

Rückseite

 
CZ Radarschiffer-Zeugnis

Vorderseite

Rückseite

Muster (gültig bis 31.12.2017)

Vorderseite

Rückseite

Muster (gültig ab 15.03.2015)
HU Radarschiffsführerzeugnis für Binnenschifffahrts-straßen

Vorderseite

Rückseite

 
SK Radarzeugnis

Vorderseite

Rückseite

 
AT Vermerk „Radar“ im Kapitänspatent

Vorderseite

Rückseite

 

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Anerkennung der Gleichwertigkeit der Schifferdienstbücher

Das Schifferdienstbuch dient dem Schiffer zum Nachweis seiner Tauglichkeit, seiner Schifffahrtserfahrung und seiner Befähigung.

Das rheinische Schifferdienstbuch wird von den zuständigen Behörden der Mitgliedstaaten der ZKR ausgestellt. Bis zum 1. Juli 2011 musste jeder Schiffer Inhaber eines rheinischen Schifferdienstbuches sein, um auf dem Rhein arbeiten zu können.

Da die Tschechische Republik, Polen und viele Donaustaaten Schifferdienstbücher ausstellen, die dem rheinischen Schifferdienstbuch in der Gestaltung sehr ähnlich sind, hat es sich als zweckmäßig erwiesen, auch nichtrheinische Schifferdienstbücher auf dem Rhein als gültig anzuerkennen.

Mit einer multilateralen Verwaltungsvereinbarung, die am 8. Dezember 2010 in Straßburg zwischen der ZKR und den zuständigen Ministerien von sieben mitteleuropäischen Staaten (Bulgarien, Österreich, Polen, Rumänien, Slowakei, Tschechische Republik und Ungarn) geschlossen wurde, haben die Unterzeichner beschlossen, die von den jeweiligen zuständigen Behörden ausgestellten Schifferdienstbücher gegenseitig anzuerkennen. Diese Vereinbarung ist am 1. Juli 2011 auf dem Rhein und im Hoheitsbereich dieser sieben Staaten in Kraft getreten.

Alle gemäß der Vereinbarung anerkannten Schifferdienstbücher sind ähnlich gestaltet.

  • Sie enthalten eine Rubrik zur Eintragung der Tauglichkeit des Schiffers, die von der Ausstellungsbehörde auszufüllen ist. Ihre Eintragungen sind auf allen von der Vereinbarung betroffenen Wasserstraßen gültig.
  • Ferner enthalten die Schifferdienstbücher eine Rubrik zur Eintragung der absolvierten Fahrten. Diese Rubrik wird vom Schiffsführer ausgefüllt. Seine Eintragungen müssen der zuständigen Behörde zwecks Erteilung eines Sichtvermerks jedes Jahr vorgelegt werden. Aufgrund der Verwaltungsvereinbarung kann jede zuständige Behörde, unabhängig davon, ob es sich um eine Rheinschifffahrtsbehörde oder die Behörde eines Unterzeichnerstaates der Vereinbarung handelt, die Angaben zu den absolvierten Fahrten mit ihrem Stempel beglaubigen. Durch dieses Verfahren wird die Anzahl der vom Schiffer gesammelten Jahre an Schifffahrtserfahrung festgestellt, auf deren Grundlage der Schiffer die entsprechende Befähigung erwerben kann.
  • Schließlich enthalten die Schifferdienstbücher eine Rubrik für die Befähigungen des Schiffers. Alle Schifferdienstbücher, die Gegenstand der gegenseitigen Anerkennung sind, enthalten eine Seite zur Eintragung von Befähigungen nach der rheinischen Regelung. Diese Seite kann bis heute nur von der zuständigen Rheinschifffahrtsbehörde ausgefüllt werden und nur die auf dieser Seite eingetragene Befähigung ist auf dem Rhein gültig. Bei der Eintragung der nach der rheinischen Regelung erworbenen Befähigung stützt sich die zuständige Rheinschifffahrtsbehörde insbesondere auf die durch das Schifferdienstbuch in obiger Form nachgewiesene Schifffahrtserfahrung.

Für die Schiffer ergibt sich aus alledem, dass sie seit dem 1. Juli 2011 beim Wechsel in ein anderes Land kein neues Schifferdienstbuch mehr beantragen müssen, da sie ihr ursprüngliches Dienstbuch vorlegen können und die darin enthaltenen Eintragungen zur Tauglichkeit und Schifffahrtserfahrung im gesamten Geltungsbereich der Vereinbarung gelten.

Wahrscheinlich wird der Geltungsbereich durch Beschluss der Moselkommission bald auf die Mosel erweitert.

Diese Maßnahme dürfte den Verwaltungsaufwand der europäischen Schiffer erheblich reduzieren und ihnen den Zugang zum gesamten europäischen Wasserstraßennetz erleichtern. In diesem Sinne stellt die Unterzeichnung der Vereinbarung einen wichtigen Schritt zur Vereinheitlichung der Binnenschifffahrtstitel in Europa dar.

Für die Vereinbarung wurde ein Sekretariat eingerichtet, dessen Geschäfte vom Sekretariat der ZKR (Frau Moosbrugger) wahrgenommen werden. Es leistet logistische Unterstützung bei der Abhaltung gemeinsamer Sitzungen, erleichtert den Informationsaustausch zwischen den betroffenen Behörden, betreut diese Internetseite und ergreift alle sonstigen Maßnahmen, die zur Gewährleistung der ordnungsgemäßen Anwendung der Vereinbarung erforderlich sind.

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Dokumente

  • Verwaltungsvereinbarung 224 KB 223 KB 223 KB 212 KB
  • Rheinschifferdienstbuch 10659 KB
  • Verzeichnis der zuständigen Behörden 56 KB 53 KB 56 KB 54 KB
  • Inkrafttreten 50 KB 17 KB 50 KB 49 KB
    • Inkrafttreten in der Tschechischen Republik 43 KB
    • Inkrafttreten in Ungarn 48 KB 48 KB 48 KB 47 KB
  • Muster der anerkannten Schifferdienstbücher
    • Österreichisches Schifferdienstbuch 4558 KB
    • Bulgarisches Schifferdienstbuch 255 KB
    • Ungarisches Schifferdienstbuch 57361 KB
    • Polnisches Schifferdienstbuch 7816 KB
    • Rumänisches Schifferdienstbuch 190 KB
    • Slowakisches Schifferdienstbuch 3438 KB
    • Tschechisches Schifferdienstbuch 13465 KB
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Liste der Prüfungskommissionen

  • Liste der Prüfungskommissionen für das Rheinpatent 23 KB
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Konferenz der Patentprüfungskommissionen

Konferenz der Patentprüfungskommissionen der Mitgliedstaaten der Zentralkommission für die Rheinschifffahrt am 10. November 2011 in Berlin

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